Packende Finals und 3 Schweizer Medaillen

pascal Unkategorisiert

DIE EUROPEAN ROWING CHAMPIONSSHIPS 2019 WAREN AUCH AM LETZTEN TAG EINE ABSOLUTE SUPERLATIVE

Der Finaltag der European Rowing Championships 2019 am Rotsee Luzern.

Alphornklänge schallten andächtig über das Wasser und untermalten die idyllische Atmosphäre und die Schönheit des Göttersees, welcher sich wieder von seiner perfekten Seite zeigte. Das Wetter stand dem in nichts nach. Schon morgens um 08:30Uhr haben sich die ersten Fans auf der Tribüne 2 installiert und im Zielgelände die besten Plätze, möglichst nah am Wasser, gesichert. Die ersten Fan-Kuhglocken bimmelten und es wurde angeregt geplaudert und gelacht. Die Vorfreude spürbar. Mehr und mehr Zuschauer, der Strom riss bis gegen Mittag nicht ab.

 

Die spannenden und mitreissenden B-Finals lancierten den Auftakt des letzten Renntages am Göttersee und boten eine Reihe von spannenden Entscheidungen. Die Atmosphäre stieg schlagartig an, als die dann um 10:00 Uhr die A-Finals starteten.  Was für ein packendes Rennen um die ersten Medaillen des Tages im Leichtgewichtsdoppelvierer der Männer (LM4x). Die Italiener mit Amarante/Fontana/Scalzone/Soares konnten dieses Rennen klar für sich entscheiden. Knapp dahinter folgten die Niederländer Verbeeke/Kampman/van Zeijl/Lukkes auf dem zweiten und die Franzosen Grandsire/Beurey/David/Ludwig auf dem dritten Platz. Das zweite Rennen war nicht weniger spannend, wenn auch die Entscheidung etwas klarer ausfiel. Im Leichtgewichtseiner der Männer (LM1x) gewann der Ungare Galambos vor dem Polen Mikolajczewski und dem Italiener Goretti. Dann die erste Sensation des Tages im Leichtgewichtsdoppelzweier der Frauen (LW2x) – ein unglaublich enges Feld während des ganzen Laufes, ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Medaillen auf den letzten 100 Metern und dank eines sensationellen Schlussspurts holten sich die Schweizerinnen Patricia Merz und Frederique Rol noch die Bronzemedaille. Silber ging an Frankreich mit Tarantola/Bove und Gold holten sich Ianina/Furman aus Belarus.

 

Die Stimmung war nun lanciert und feierte die Drittplatzierten frenetisch. Nach einem Fehlstart der Serben konnte auch das nächste Rennen der Männer im Zweier (M2-) starten. Die Sinkovic-Brüder aus Kroatien setzten sich schnell ab und können das Rennen mit mehr als einer Bootslänge dominieren, lediglich die Rumänen Cozmiuc/Tudosa kamen in die Nähe der Brüder und holten sich mit zwei Sekunden Abstand die Silbermedaille, auf dem dritten Rang folgten die Spanier CanalejoPazos/Garcia Ordonez. Ein unglaublich enges Rennen bei den Frauen im Zweier (W2-) folgte. Die Zuschauer im Ziel feuerten die Ruderinnen kräftig an, die Gewinnerinnen waren die Spanierinnen Cid/Diaz Rivas vor Rumänien mit Ailincai/Tivodariu und den Italienerinnen Tontodonati/Rocek. Es ging Schlag auf Schlag mit dem nächsten Highlight am Rotsee weiter – die Menge peitschte die beiden Schweizer Ruderern Barnabe Delarze und Roman Röösli im Doppelzweier der Männer (M2x)   an. In einer ultraknappen Entscheidung verloren sie schliesslich gegen die Polen Zietarski/Baranski nur knappe neun Hundertstel. Bronze ging an die Rumänen Prundeanu/Enache. Der Grossvater Hans-Johann Färber hatte schon vor mehr als fünfzig Jahren hier auf dem Rotsee eine Medaille gewonnen, ihm folgte nun das Enkelkind Oliver Zeidler und ruderte um eine Medaille im Männer – Einer (M1x)

Das unglaubliche enge Rennen musste durch ein Photofinish entschieden werden, aus welchem der Deutsche Oliver Zeidler als Sieger vor dem Niederländer Broenink und Pavukou aus Belarus hervorging. Und es ging sogleich mit dem nächsten Highlight aus Schweizer Sicht weiter, nämlich dem Fraueneiner (F1x), die Stimmung kochte wieder hoch! Die Irin Puspure, die Dänin Fie Udby und die Österreicherin Lobnig kamen gut weg und führten das relativ enge Feld an. Janine Gmelin rollte das Feld von hinten auf und konnte Platz um Platz aufholen. Puspure hielt sich jedoch hartnäckig an der Spitze, Gmelin konnte sie nicht mehr einholen und wurde schlussendlich Zweite, auf dem dritten Platz folgte dann die Tschechin Topinkova Knapkova.

Nach diesem Highlight gab es eine einstündige Mittagspause. Die Zuschauer stärkten sich für die nicht weniger spannende Rennserie des Nachmittags. Ein Highlight war das Rennen des noch jungen Schweizer Nachwuchstalentes, Sofia Meakin. Sie hatte sich in dieser nicht-olympischen Disziplin des Leichtgewichts-Einers (LW1x) über den Hoffnungslauf qualifiziert. In ihrem Rennen kam die Italienerin Cesarini und die Deutsche Pieper besser vom Start weg als Meakin, diese konnte sich aber konstant an dritter Position halten. Auf den letzten 400 Metern wurde sie dann noch von der Niederländerin Keijser überholt und konnte sich den fantastischen vierten Platz sichern. Den krönenden Abschluss der Nachmittagsrennen bildeten die Rennen in der Königsklasse des Ruderns, die Achterrennen der Frauen und Männer. Bei den Frauen (W8+) stand die Frage im Raum, ob es einen neuen Europameister geben würde, oder ob die Rumäninnen ihren Titel verteidigen können. Die Britinnen setzten alles daran, diesen Sieg für sich zu entscheiden und die Zuschauer sahen ein packendes Rennen mit einem Kopf-an-Kopf-Finish erleben, welches den Rumäninnen ihren Europameistertitel sicherte. Auf dem zweiten Platz folgten die Ruderinnen aus Grossbritannien und den dritten Platz sicherten sich die Russinnen. Nicht weniger dramatisch gestaltet sich das Rennen der Männer – würden sich die Deutschen ebenso wie die Rumäninnen ihren zweiten Titel in Folge holen können? Die Deutschen Ruderer lieferten sich ein heisses Rennen mit den Ruderern aus Grossbritannien und den Niederlanden, die Menge tobte und feuerte die Athleten an. Und ja, es gab auch bei den Männern eine Titelverteidigung und die deutschen Ruderer sicherten sich die Goldmedaille vor Grossbritannien an zweiter und den Niederlanden an dritter Position.

In der Schlusszeremonie übergab der Präsident der diesjährigen Europameisterschaften 2019 Andreas Bucher die Flagge der Europäischen Konföderation an Ryszard Stadniuk, Chair of the European Rowing Confederation und Mitglied des Organisationskomitees der Europameisterschaften in Poznań (Polen) und schloss so die diesjährigen Ruder Europameisterschaften.

Das Organisationskomitee der European Rowing Championships 2019 bedankt sich bei allen Sponsorinnen und Sponsoren, Helferinnen und Helfern und Zuschauerinnen und Zuschauern, dass sie diesen Event ermöglicht und unvergesslich gemacht haben. Und das schöne ist: Nach den European Rowing Championships 2019 ist vor der LUCERNE REGATTA 2020. Wir nehmen nicht nur die Erinnerungen an die unvergesslich grossartige Stimmung, die packenden Rennen und die vielen spannenden Begegnungen mit, sondern auch den Elan und den Spirit. Das ganze Organisationskomitee freut sich, sie alle vom 22.-24.Mai 2020 wieder bei uns am Rotsee begrüssen zu dürfen und im Rahmen der Weltcuprennen wieder packende Rennen in unvergesslicher Atmosphäre durchführen und geniessen zu können.